Kunsttherapie: Die Welt wird wieder bunt

Traumatisierte Kinder und Jugendliche bleiben bei der psychodynamischen Kunsttherapie mit untolerierbaren „inneren Bildern“ und Gefühlen nicht allein: Die Gewalt bekommt eine Gestalt und wird damit begreifbar.

Künstlerisches Arbeiten ermöglicht Kindern in einem geschützten Umfeld, sich mit ihren Gefühlen und Erinnerungen zu beschäftigen. Dabei entwickeln sie häufig in ihrer eigenen Geschwindigkeit durch eine vorsichtige Annäherung über das Kunstwerk Vertrauen zum Therapeuten. Kinder, die körperliche, emotionale oder sexuelle Gewalt erlitten haben oder Zeugen von Gewalttaten wurden, drücken das Erlebte durch bildnerisches Gestalten aus. Im kreativen Prozess können sie sich frei entfalten und entwickeln ein Gefühl von Kontrolle, indem sie unter diversen künstlerischen Materialien oder Spielsachen wählen.

Das Herstellen von Bildern und Skulpturen wird von Kindern als befreiend und heilsam empfunden. Die Arbeiten werden nach jeder Therapiestunde in einer Mappe oder im Karton abgelegt und in einem abschließbaren Schrank aufbewahrt. So erfahren viele Kinder erstmals, was ein geschützter Raum und Privatsphäre bedeuten.

Darauf zielt die kunsttherapeutische Behandlung: Selbsthilfepotenziale erkennen und stärken, Selbstwertgefühl und Kontrolle über das eigene Leben zurückerlangen und der sozialen Isolation vorbeugen. Die Kunst leistet damit einen Beitrag zur Entwicklung emotionaler Ressourcen.

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